Das war der FlowMOOC17

  • FlowMOOC17 - Review

Das war der FlowMOOC17

Wie beschreibt man einen vierwöchigen MOOC? So richtig habe ich darauf, glaube ich, noch gar keine Antwort. Aber zumindest will ich mich einmal daran versuchen. Über Feedback und Kommentare freue ich mich natürlich!

Die nackten Zahlen

Zunächst einmal war der MOOC mit knapp 60 Teilnehmern sicherlich nicht „massive“, sodass man so gesehen wohl eher von einem SPOC (Small Private Online Course) sprechen könnte. Allerdings waren, wenn man einen Zeitraum von einer Woche zugrunde legt, den gesamten Kurs über stets um die 20 Teilgeber online und haben die Plattform besucht. Damit liegt die Beteiligungsquote mit ca. 25-30 % sogar sehr hoch. In den Foren zu jeder Kurswoche wurden insgesamt über 200 Beiträge geschrieben, was sicherlich auch ein guter Wert ist. Getwittert wurde zwar deutlich weniger, als man es sonst von anderen MOOCs gewohnt ist, aber da ich mich ja bewusst an Neueinsteiger gewendet habe, war das erwartbar.

Webinare

Für die wöchentlichen KickOff-Sessions habe ich den Anbieter Edudip genutzt und ich muss sagen, dass mir die Plattform für meine Zwecke außerordentlich gut gefallen hat. Sie ist extrem intuitiv zu bedienen und bietet alles, was man für ein gutes Webinar benötigt. Die Sessions konnten aufgezeichnet werden, sodass es problemlos möglich war, jedem Teilgeber, der nicht an der Live-Session teilnehmen konnte, die Infos auch per Video noch zur Verfügung zu stellen.

Die Live-Sessions fanden immer am Sonntag um 17:00 statt, was sich als guter Termin herausstellte. In den vergangenen MOOCs, an denen ich selbst teilnahm, fand ich die KickOffs am Montag um 13:00 immer sehr ärgerlich. Es gibt eben nicht so viele Arbeitgeber, die es einem ermöglichen auf der Arbeit an sowas teilzunehmen. Klar kriegt man auch auf einem Sonntag nicht alle unter einen Hut, aber so hat zumindest jeder eine deutlich bessere Option, daran teilzunehmen. Die Länge von einer halben Stunde war ebenfalls in Ordnung. Zwar hatte ich in jeder Session das Gefühl, man könnte jetzt noch stundenlang weiter miteinander reden und diskutieren, aber als kurze Einführung und als Impuls für die kommende Lernwoche war das eine absolut perfekte Länge.

Didaktischer Spannungsbogen

In der Planung und Vorbereitung für den MOOC ist es für mich ein sehr wichtiger Aspekt gewesen, nicht mit einem „großen Knall“ zu starten, sondern die Teilgeber von Woche zu Woche „tiefer“ in das Thema „hineinzusaugen“ und eine Art „Spannungsbogen“ zu erzeugen. Deshalb sind wir in der ersten Woche mit wenig Material und Input gestartet, das wir dann stetig ausgeweitet haben. Vom Flow-Erleben bei jedem einzelnen über Hintergründe zum Thema Motivation, dann hin zu Umsetzungsmöglichkeiten und Perspektiven durch Gamification, bis wir dann schließlich mit dem Thema Team Flow und Augenhöhe über neue Formen der Arbeit und Organisationskultur gesprochen haben. Unterstützt habe ich diesen thematischen Bogen noch dadurch, dass die Interviews mit Stefan Bornemann und Nadine Nobile & Sven Franke ganz bewusst erst zum Ende des MOOCs stattfanden. So gab es erst zum Finale die echten Highlights des Kurses und jeder hatte noch einen kleinen Event, auf den man sich freuen konnte.

Materialien

Natürlich sind jede Menge Materialien zusammengekommen, die ich allen, die nicht dabei sein konnten (oder wollten), hier zur Verfügung stellen möchte. Alle Handouts, Videos und Podcasts unterliegen (sofern nicht anders angegeben) einer CC-BY-4.0-Lizenz und dürfen somit mit größtmöglicher Freiheit weitergenutzt und -verändert werden, wie es jedem beliebt.

Lernvideos und LiveSessions

 

Handouts

Podcasts

Lerneffekt

Was mich wirklich überrascht hat, war zum einen, dass das Thema Flow nach knapp 5 Jahrzehnten immer noch so wenig bekannt ist und irgendwie eine Art „Schattendasein“ fristet. Auf der anderen Seite kristallisierte sich (für mich) heraus, dass Flow zugleich in so vielen diskutierten Bereichen und Gebieten außerordentlich relevant ist. Für mich hat sich die anfängliche Annahme bestätigt: Flow und Motivation sind zwei absolut grundlegende Elemente, wenn es um die Diskussion New Work geht.

Es hat sich auch als eine sehr gute Wahl herausgestellt, sich nicht auf Aufgaben oder Quizzes zu fokussieren, sondern den Teilgebern durchaus nur Denk- und Diskussionsimpulse zu geben, die jeden (inklusive mir selbst) zum Nach- und Weiterdenken animiert haben.

Alles in allem hat es also (trotz des hohen Aufwandes) extrem viel Spaß gemacht und es war bestimmt nicht mein letzter MOOC, den ich selbst initiiert habe!

Mehr Infos

FlowMOOC verpasst?

Kontaktieren Sie mich, wenn Sie sich für eine Schulung, Fortbildungen oder andere Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema 'Flow & Motivation' interessieren. Ich berate Sie gerne!
Mehr Infos
Von | 2017-10-06T21:15:02+00:00 3. April 2017|Kategorien: eLearning, Gamification, Kreativität, Lernen, Motivation|Tags: , , , |7 Kommentare

Über den Autoren:

Ich bin Personal- & Organisationsentwickler und freiberuflich als Trainer und Berater tätig. Meine Themenschwerpunkte sind Motivation, Führungskräfteentwicklung, digitales Lernen und konstruktivistische Lerntheorie.

7 Kommentare

  1. Oliver Tacke 3. April 2017 um 19:37 Uhr - Antworten

    Ich glaube, du darfst da ruhig ganz offensiv von MOOC sprechen. Kann man massive tatsächlich an der Zahl der TeilnehmerInnen festmachen? Mag an meinem Informatik-Hintergrund liegen, aber ich finde „Skalierbarkeit“ als Kriterium besser. Da wäre beim flowMOOC zwar irgendwann Schluss gewesen, falls du keine personelle Unterstützung zusätzlich draufpacken kannst — denn du hast ja extrem viel im Forum beigesteuert und Impulse gegeben — aber lassen wir die Haarspalterei 🙂

    Ich hätte mit tatsächlich ein paar mehr Diskussionen gewünscht, aber da kann ich mir auch an die eigene Nase fassen. Weder habe ich das kundgetan wie Herbert einmal, noch habe ich mich selbst übermäßig in „fremden“ Threads eingebracht.

    Spannend fände ich nun noch die Frage: Was passiert mit dem „c“, wenn der cMOOC vorbei ist?, die eine Freundin von mir mal aufgeworfen hat.

    • Lars Richter 3. April 2017 um 20:31 Uhr - Antworten

      Herzlichen Dank für Dein Feedback =)

      Deinen Blogartikel kenne ich und ehrlich gesagt gebe ich generell nicht so viel darauf, wie „die Dinge heißen“. Es sei denn in philosophischen Diskussionen oder wissenschaftlichen Diskursen. Aber ich denke, man muss es eben auch nicht überall übertreiben. MOOC, SPOC, was auch immer. Hauptsache, es macht Spaß – und das hat es auf jeden Fall!

      Ich finde übrigens, dass Du Dich schon ganz schon stark eingebracht hast, besonders beim Thema „Gamification“. Da hast Du viel beigesteuert. Vor allem warst Du sehr offen! Das hat mir imponiert.

      Die Lehre, dass so ein Kurs für einen alleine schnell ne Nummer zu groß werden kann, hab ich schon gezogen. Da wäre mehr „Team Flow“ gut gewesen… 😉

      Ich denke, beim nächsten Mal, geh ich bei vielen anderen Sachen ein wenig anders vor, auch wenn vieles sehr gut funktioniert hat. (Besser geht ja bekanntlich immer)

      Was das „c“ angeht: Vielleicht machen wir mal mit den Teilnehmern aus dem MOOC in ein paar Wochen oder Monaten eine Blogparade oder jeder schreibt einen Gastbeitrag im Blog des jeweils anderen. Ein paar Blogger waren ja dabei.

      Liebe Grüße,
      Lars

  2. Dirk Rosenkranz 4. April 2017 um 0:06 Uhr - Antworten

    Hallo Lars,

    auch wenn ich aktiv nicht so wirklich teilnehmen konnte, muss/kann ich sagen:

    Danke für diesen MOOC – natürlich kann mensch sich immer und über alles beschweren und natürlich kann mensch alles noch besser machen – aber ich fands einfach gut und auch sehr impulsgebend, sprich ich hab einiges gelernt.

    Darüber hinaus dann auch der spannende Austausch mit den weiteren Teilgebern – einfach bereichernd.

    In diesem Sinne nochmals Danke für Dein Engagement und den genialen Kurs!

    lg Dirk

  3. Ann-Kathrin Lumpe 4. April 2017 um 0:14 Uhr - Antworten

    Auch von mir ein großes Kompliment. Toller Mooc, tolles Thema, tolle Wochenenheiten, tolle Leute, tolle Leute. Zudem alles in einer sehr „intimen“ Umgebung um deine „nackten“ Zahlen mal aufzunehmen.

    Die Diskussionsqualität fand ich sehr hoch. Neben den Inhalten wurde sehr respektvoll miteinander umgegangen und die Sonntags-Online-Treffen hatte schon etwas von einem Familientreffen.
    Ich hab sehr viele Impulse bekommen und neue Ideen entwickeln können. Ich freue mich, daß das Thema auch weitergeht (#DORFcamp) und bin gespannt, was sich hieraus noch alles entwickelt.
    Vielen Dank.
    Liebe Grüße
    Ann-Kathrin

  4. Diana Lowey 4. April 2017 um 23:05 Uhr - Antworten

    Von mir ein großes Dankeschön in die Runde. Ich hatte nicht gedacht, dass aus so vielen unterschiedlichen Branchen Interesse besteht (mea culpa). Ich habe mich sehr wohl in dieser Runde gefühlt und habe viele interessante Denkanstöße erhalten. Als Neuling in der Social Media Welt war das für mich genau richtig. Ich fand es auch toll, dass durchaus kritische Fragen gestellt und auch respektvoll angenommen wurden.
    Lieber Lars: Du hast das ganz großartig gemacht. Ich empfand den Spannungsbogen wie von Dir geplant sehr angenehm und es hat mich sozusagen „bei der Stange“ gehalten. Die einzige klitzekleine Kritik wäre, dass ich mir zum Abschluss am Sonntag etwas Zeit für uns gewünscht hätte (auch wenn ich keine Sekunde vom Augenhöhe-Team verpassen wollte). Ein kleines Feedback, ein kleiner Austausch. Aber auch das ist ja nun hierdurch möglich.

    Ich hoffe auch, dass wir etwas in Kontakt miteinander bleiben :-). Ich habe jeden Einzelnen hier im Kurs geschätzt.

    Liebe Grüße
    Diana

  5. […] Themen inhaltlich in einer breiten Medienvielfalt auf und stellt sie auch nach dem MOOC offen auf seiner Seite zur […]

  6. […] den Vorbereitungen zum #FlowMOOC17 war unter anderem ein sehr informatives Video mit Edward Deci über seine Theorie der […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Abonnieren Sie jetzt

LarsRichter.Training!

Und lassen Sie sich bequem per E-Mail auf dem Laufenden halten!