Neuer Editor bei Open Badges

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Neuer Editor bei Open Badges

Das Freeware-Tool OpenBadges.me hat heute einen neuen Editor inklusive eigener Vergabe-Funktion (issue) direkt über die Plattform erhalten. Ich habe mir den Editor heute einmal genauer angeschaut und fasse hier kurz zusammen, was sich verbessert hat.

Konto

Zunächst einmal fällt auf, dass man sich ein eigenes Konto auf Open Badges anlegen muss, um die neuen Funktionen zu nutzen. (Was angesichts der neuen Funktionen selbst auch sinnvoll scheint.) Wer davor zurückschreckt, kann allerdings weiterhin den alten Editor nutzen, verzichtet aber zeitgleich auf eine ganze Menge neuer Funktionen.

Im Konto selbst gibt es insgesamt 4 Bereiche: Design your graphics (1), Issuer details (2), Build your badges (3) und Issue your badges (4). Man kann also zunächst Grafiken anlegen (1) und diese Grafiken dann für die eigentlichen Badges benutzen. In den Accountbereichen 2 und 3 versieht man seine Awards mit den Informationen, die das Mozilla Framework vorgibt, und kann die so erzeugten Awards dann auch direkt über seinen Open Badges Account an Lerner und Nutzer verleihen (4). Im Großen und Ganzen finde ich persönlich die Bereiche 2,3 und 4 ziemlich sinnfrei, denn im Normalfall werden Open Badges ja über das genutzte Learning Management System – beispielsweise Moodle – vergeben und daher sind die Funktionen bei Openbadges.me in meinen Augen unnötig. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann eine API und man kann dann auf OpenBadges.Me nachverfolgen, wie oft bestimmte Awards verliehen wurden.

Master-Badge anlegen

Die beste Neuerung bei Open Badges ist die Möglichkeit, nun ein Master-Badge anzulegen, das als Vorlage für alle späteren Badges dienen kann. Beim alten Editor konnte man zwar aus einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, aber wenn man den Editor dann einmal geschlossen hatte, waren alle Einstellungen, ausgewählten Farben etc. verloren. Wenn man also Badges haben wollte, die „wie aus einem Guss“ aussehen, weil es sich etwa um eine Serie handelt, musste man sich auswählte Banner, Badgeformen und Farben merken bzw. handschriftlich notieren. Oder am besten alle Badges zeitgleich „in einem Rutsch“ erstellen.

Open Badges DraftMit dem neuen Editor gehört das der Vergangenheit an! Man kann zunächst ganz bequem eine Vorlage erstellen – im Großen und Ganzen geht das genauso wie beim alten Editor. Wenn man möchte, kann man aber zwischendurch einfach mal eine Pause anlegen und speichert den momentanen Stand ab. Das Badge wird einem dann in der Übersicht als Draft angezeigt und kann (später) weiterbearbeitet werden. Sollte einem der Entwurf nicht mehr gefallen, kann man ihn jetzt auch noch löschen.

Sobald jedoch über das Häkchen-Icon die Funktion „Complete Graphic“ aktiviert wurde, kann man die Grafik ab diesem Zeitpunkt weder bearbeiten noch löschen. Allerdings hat man nun die Möglichkeit, die Grafik auf seinen Rechner herunterzuladen und eine Kopie anzulegen. Man kann also eine veröffentlichte Grafik immer und immer wieder duplizieren. Und da diese Kopie dann ein Entwurf ist, kann man auf Basis der Vorlage sehr einfach ein paar Veränderungen vornehmen und eine ganze Badge-Serie erstellen. Auch wenn man zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt eine Badge-Serie noch um einen weiteren Award erweitern möchte, der sich harmonisch in das Design einfügt, ist dies nun endlich sehr einfach und bequem zu bewerkstelligen.

Open Badges CompletedWarum sich allerdings einmal veröffentlichte Grafiken nicht mehr löschen lassen, habe ich nicht nachvollziehen können. Beim Download des Badges fällt übrigens auf, dass das Bildformat mit 300 x 300 Pixeln viel größer ist als das eigentliche Badge (200 x 200 Pixel). Daher  muss man das Badge (unnötigerweise) noch einmal  mit einem Grafikprogramm nachbearbeiten.

Im Gegensatz zum älteren Editor haben heruntergeladene Badges ab jetzt auch nicht mehr den Standard-Dateinamen „Badge.png“, sondern erhalten eine alphanumerische Zufallsbezeichnung, sodass man keine Angst mehr haben muss, bereits heruntergeladene Badges versehentlich zu überschreiben.

Ebenen-Funktion

Open Badges Reihenfolge LayerWie schon beim alten Editor kann man bei Open Badges verschiedene Ebenen (Layer) nutzen. Und diese auch verschieben, um so die Sichtbarkeiten zu verändern. Neu hinzugekommen ist die Ebene Background. Auf der rechten Seite des Editors wird die Reihenfolge der einzelnen Layer angezeigt. Hier fehlt der Background jedoch, da sich seine Position (logischerweise) nicht verändern lässt. Außerdem ist die gewählte Darstellung beim Layer Order ein bisschen verwirrend: Die vorderste Ebene wird in der Übersicht ganz unten angezeigt, die hinterste Ebene wird oben angezeigt. Das kenne ich so in der Form von keinem anderen Grafikprogramm, das mit Ebenen arbeitet. Dort wird die vorderste Ebene immer oben angezeigt und die hinterste Ebene (Background) unten. Bei mir hat das Umdrehen der Darstellung zugegebenermaßen zunächst für Verwirrung gesorgt.

Icons

Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Icons beim neuen Editor auf Open Badges ist riesig. Beispielsweise konnte ich das komplette Font Awesome Sortiment entdecken. Wem das nicht ausreicht, der kann jederzeit eigene Grafiken und Symbole in den Editor hochladen. Auch hier gibt es eine sehr gute Neuheit: Wenn man im alten Editor Grafiken hochlud, mussten diese vorher mit einem Grafikprogramm auf eine exakt passende Größe zurechtgeschnitten werden. Das war teilweise recht nervig, denn meistens erforderte dieses Vorgehen mehrere Versuche und Tests, bis die passende Icongröße gefunden war. Im neuen Editor kann man ganz simpel die Vorlage hochladen und dann per Regler die Größe der Grafik solange anpassen, bis das Verhältnis passt. Das ist eine echte Erleichterung!

Fazit

Es gibt zwar noch eine ganze Menge anderer Funktionen und Neuheiten bei Open Badges, aber für mich persönlich macht das Speichern von Vorlagen und die Möglichkeit, Icon-Grafiken nach dem Hochladen noch in der Größe zu verändern den neuen Editor zur absoluten Wunderwaffe.

Von | 2017-09-11T09:22:03+00:00 14. September 2016|Kategorien: Gamification, Softwaretools|Tags: , , , |5 Kommentare

Über den Autoren:

Ich bin Personal- & Organisationsentwickler und freiberuflich als Trainer und Berater tätig. Meine Themenschwerpunkte sind Motivation, Führungskräfteentwicklung, digitales Lernen und konstruktivistische Lerntheorie.

5 Kommentare

  1. […] – Durch das Absolvieren verschiedener Kurselemente, können Sie Badges erhalten und so erfüllte Aufgaben anderen Teilnehmern des Kurses zeigen. Der Kurs derzeit drei […]

  2. Oliver Tacke 15. September 2016 um 10:51 Uhr - Antworten

    Schönes Fundstück! Werde ich mal in unseren mooin-maker-Kurs als nützliches Werkzeug ergänzen.

  3. Lars Richter 15. September 2016 um 11:25 Uhr - Antworten

    Freut mich, wenn’s Dir gefällt! Ich wünsch Dir viel Spaß beim Award-Design und freu mich, wenn ich sie dann beim nächsten Mooin-Mooc sehen kann.

    • Oliver Tacke 16. September 2016 um 11:34 Uhr - Antworten

      Unsere Mediendesigner werden es sich nicht nehmen lassen, die Badges für intern entwickelte Kurse weiterhin selbst zu erstellen 😉 Aber vielleicht greift ja der eine oder andere Externe darauf zurück.

  4. […] sobald Sie das Ziel einer Tätigkeit von eben dieser abkoppeln und wann Belohnungen, Bewertungen, Badges und Awards helfen und förderlich sind und wann nicht. Mithin der mächtigste Faktor zur Weckung und […]

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