Rezension: Reality is broken

Why games make us better and how they can change the world

  • Rezension Reality is broken

Rezension: Reality is broken

Gelegentlich gibt es Bücher, mit denen wir eine Tür in eine neue Welt aufstoßen können. Reality is broken von Jane McGonigal ist eines dieser Bücher: Die renommierte Spieledesignerin, die unter anderem bereits mit großen Firmen wie McDonald’s gearbeitet hat, gewährt einen Einblick in die Grundprinzipien von Spielen und erklärt, wie diese dazu beitragen können, eine bessere Welt zu erschaffen.

Reality is broken
4.9 / 5 Gesamt
Pro
  • Für alle Motivationsthemen
  • Logischer Aufbau
  • Gute Beispiele
Kontra
  • Kein Allheilmittel für Motivationsthemen
Aufmachung
Inhalt
Praxisbezug
Preis

Aufmachung

In der Aufmachung und im Aufbau ist Reality is broken gut und übersichtlich strukturiert. Der Aufbau in drei Teile ist gut gewählt und verleiht dem Buch eine nachvollziehbare Struktur. Die Schrift ist ausreichend groß und gut lesbar. Im Buch selbst gibt es einige Abbildungen aus beziehungsweise von Spielen; diese sind in schwarz-weiß und leider insgesamt etwas kontrastarm. Hier wünscht man sich doch den einen oder anderen Farbdruck oder zumindest mehr Kontrast.

Inhalt

Reality is broken gewährt einen präzisen und exakten Blick auf die Funktionsweise von Spielen und erklärt auch einem interessierten Laien wie und warum Spiele so motivierend auf uns Menschen wirken. Angefangen beim Flow-Erlebnis bis hin zum Thema Epic Meaning. Dabei gilt der Fokus nicht ausschließlich den großen Onlinespielen wie beispielsweise World of Warcraft oder Halo, sondern auch kleineren (analogen) Spielen, wenn es dem Thema dienlich ist.

Während im ersten Teil die wichtigsten Prinzipien von Spielen und Spielemechaniken genau erklärt werden, widmet sich der zweite Teil den so genannten Alternate Reality Games – also jenen Spielen, die dazu dienen, die Wirklichkeit mit Spielmechaniken interessanter und motivierender zu gestalten. Im dritten Teil spannt Jane McGonigal dann den Bogen hin zu großangelegten Spielen, welche die Alternate Reality Games über das Medium Internet zu gesellschaftsverändernden Spielekonzepten ausweiten.

Jede Theorie und jeder Ansatz im Buch wird anschaulich und nachvollziehbar mit Beispielen aus der Praxis belegt. So zeigt McGonigal etwa, dass Wikipedia nur funktionieren kann, weil es in seinen wesentlichen Grundzügen genauso konzipiert ist wie ein (gutes) Spiel und belegt eindrucksvoll, dass das unmittelbare Feedback, welches Spiele kennzeichnet, eines der wichtigsten Erfolgsrezepte für motivierendes Design von allen erdenklichen Prozessen ist.

Praxisbezug

Das Buch ist inspirierend und das Basiswerk für jeden Trainer, der sich mit dem Thema Gamification näher auseinandersetzen möchte. Es wirft einen erhellenden Blick auf die grundlegenden Prinzipien und zeigt deutlich, dass Gamification mehr ist als simple Level-Tools in ansonsten nicht veränderten Lernprozessen. Ebenso gelingt es Jane McGonigal darzulegen, dass die Begriffe Spielen und Lernen im Grunde gleichbedeutend sind und ein und dasselbe meinen. Sie leistet somit vor allem einen wichtigen Beitrag, dass das Spiel und unsere Motivation zu spielen, nicht (mehr) belächelt werden sollte, wenn man sich mit „ernsten Dingen“ beschäftigt. Gut designte Spiele zeigen eindrucksvoll, wie durchdachte Mechaniken den Lernprozess schneller und effizienter gestalten können.

Ob großangelegte Megaspiele allerdings irgendwann dazu beitragen werden, eine bessere Welt zu erschaffen, steht auf einem anderen Blatt. Wenngleich die Idee hierzu gut ausgearbeitet ist, scheint es mir übereilt, in Spielen ein so allumfassendes Allheilmittel zu sehen.

Preis

Mit einem Preis von lediglich 12 Euro ist das Buch günstig zu haben. Die deutsche Übersetzung wird unter dem Deckmantel der Buchpreisbindung für knapp 20 Euro verkauft.

Fazit

Ein Muss für jeden, der sich mit dem Thema Lernen beschäftigt! Denn Lernen ist nichts anderes als Spielen.

Von | 2017-11-22T12:08:45+00:00 5. Oktober 2014|Kategorien: Buchrezensionen, Gamification, Methodik, Motivation|Tags: , |6 Kommentare

Über den Autoren:

Ich bin Personal- & Organisationsentwickler und freiberuflich als Trainer und Berater tätig. Meine Themenschwerpunkte sind Motivation, Führungskräfteentwicklung, digitales Lernen und konstruktivistische Lerntheorie.

6 Kommentare

  1. […] dieses Phänomen zu begreifen, ist eine begriffliche Trennung aus Jane McGonigals Buch Reality is broken hilfreich. Sie unterscheidet nämlich hinsichtlich Wert (value) und Bedeutung […]

  2. […] Decis Werk Why we do what we do viele Parallelen und Gemeinsamkeiten mit Jane McGonigals Buch Reality is broken entdecken können und ein noch besseres Verständnis dafür entwickeln, wann und warum […]

  3. […] Internet für sinnloses Zeug verbraten wird. Jane McGonigal hat es in ihrem lesenswerten Bestseller Reality is broken einmal vorgerechnet: Wenn alle 1,7 Milliarden Internetnutzer pro Woche nur eine einzige Stunde in […]

  4. […] Informationsquelle benutzen, sich aber nicht daran beteiligen. Jane McGonigal hat in ihrem Buch Reality is broken einmal […]

  5. […] Ebene beschäftigt habe, möchte heute die Zusammenhänge zwischen Hope for Success und Gamification genauer ausleuchten. Denn nach wie vor stellt sich ja die Frage, ob und welche Möglichkeiten […]

  6. […] wir laut Jane McGonigal die Wirklichkeit verändern müssen beziehungswiese können. In ihrem Buch „Reality is broken“ hält sie bereits relativ zu Beginn […]

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