Rezension: Team Flow

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Rezension: Team Flow

Warum passiert es, dass exzellent ausgebildete Mitarbeiter nur eine durchschnittliche Leistung an den Tag bringen? Wieso bringt unser Unternehmen keine Innovationen auf den Markt? Und weshalb behalten wir ungeliebte Standards und Prozesse bei, die jeder beklagt, aber niemand ändert? Wenn Sie sich diese Fragen auch stellen, dann sollten Sie Professor Olaf-Axel Burows Buch Team Flow lesen!

4.1 / 5 Gesamt
Pro
  • Zeigt interessante Wege auf,
    Kreativität freizusetzen
  • Viele Transferübungen zur Vertiefung
  • Leicht verständliche Sprache
Kontra
  • Recht viele Wiederholungen
Aufmachung
Inhalt
Praxisbezug
Preis

Aufmachung und Aufbau

Im Aufbau ist Team Flow sinnvoll und nachvollziehbar strukturiert: das Inhaltsverzeichnis gibt beim Überfliegen eine gute Orientierung darüber, was den Leser auf den folgenden Seiten erwarten wird. Wichtige Passagen werden optisch markiert noch einmal zusammengefasst und helfen so diese Aspekte beim späteren Durchblättern leichter wiederzufinden. Auch Aufgaben für Transferübungen des gerade besprochenen Inhalts sind sehr gut hervorgehoben.

Mir persönlich ist an recht vielen Stellen der Gedanke gekommen: „Hm, das hab ich doch schon einmal gelesen?!“ Viele Inhalte werden gerade in den späteren Kapiteln des Buches erneut aufgegriffen und (zugebenermaßen mit anderen Beispielen) erneut erklärt, sodass sich viele (in meinen Augen) unnötige Wiederholungen ergeben. Hier hätte ein einfacher Verweis auf vorhergehende Kapitel vollkommen ausgereicht, ohne das Ganze erneut auf mehreren Seiten auszubreiten.

Inhalt

Olaf-Axel Burow gelingt es mit Team Flow zu zeigen, welche Bedingungen für eine Organisation oder ein Unternehmen notwendig sind, damit kreative Prozesse und intrinsische Motivation entstehen können. Durch eine Vielzahl von Beispielen nimmt er dem Leser zudem die Bedenken, selbst „nicht herausragend genug“ zu sein, um außerordentliche Leistungen vollbringen zu können. Denn selbst Genies wie Albert Einstein, Steve Jobs oder andere Persönlichkeiten, die einem bei diesem Begriff einfallen mögen, sind auf die Kraft der Kreativen Felder angewiesen, die vorhanden sein müssen, damit auch eine besondere Begabung zuallererst zutage treten kann. Will heißen: Auch Genies brauchen Bedingungen, Umgebungen und vor allem andere Menschen, die ihre Begabung erst ermöglichen. So konnte beispielsweise Steve Jobs nur durch Steve Wozniak seine Vision von Apple realisieren.

Kreativität und damit einhergehende herausragende Erfolge sind nach Burow nur „im Plural“ und nur im Austausch mit anderen möglich. Unsere Vorstellung vom einsamen Genie, das in seiner stillen Kammer revolutionäre Entdeckungen entwickelt, ist eine Illusion. Burow zeigt, dass es für besondere Erfolge nicht absolut notwendig ist, mit außerordentlichen Talenten gesegnet zu sein, sondern dass es (häufig) vollkommen ausreichend ist, ein bestehendes Team, das an einer Idee oder an einem Produkt arbeitet, gut untereinander zu vernetzen und es „richtig zusammenzustellen“, sodass die vorhandenen Fähigkeiten sich optimal ergänzen und gegenseitig befruchten. Das Ganze ist somit mehr als die Summe seiner einzelnen Teile.

Letztlich läuft Professor Burows Modell der Kreativen Felder auf die Aspekte DialogProduktorientierung (gemeinsame Vision), Vielfalt, Personenzentrierung, SynergieprozessePartizipation und Nachhaltigkeit hinaus. Diese sieben Bausteine helfen die Entstehung von Kreativen Feldern zu begünstigen (wenn auch nicht zu erzwingen) und sind eine sehr gute Hilfe, die eigene Umgebung auf das Vorhanden- oder Nicht-Vorhandensein dieser Aspekte hin zu überprüfen.

Praxisbezug

Beeindruckend gelingt es Olaf-Axel Burow in Team Flow Kurt Lewins Feldtheorie auf den Bereich der Kreativität zu übertragen und die Analyse Kreativer Felder zum Grundstein eigener Überlegungen zu machen. Hilfreich sind hierzu eine Unzahl von Transferübungen und Fragen an den Leser, die zwangsläufig dazu führen, die eigene Arbeits- und Lebenswelt sowie sich selbst mit völlig anderen Augen zu betrachten. Dies schärft den Blick für „Systemfehler“ im Unternehmen, die kreatives Arbeiten im Flow unterbinden oder zumindest negativ beeinflussen.

Preis

Gemessen an dem, was Team Flow inhaltlich bereithält, ist der Preis meiner Ansicht nach schon relativ hoch. Da im Text selbst auch recht viele Wiederholungen vorhanden sind, hätte der Seitenumfang auch etwas geringer ausfallen können. Andererseits ist der Preis für ein deutschsprachiges Fachbuch schon wieder relativ gering. Es gibt einige Fachbücher auf dem Markt, die mit weniger innovativem Inhalt aufwarten und (deutlich) teurer sind. Ich empfehle die 5 Euro günstigere Taschenbuchausgabe!

Fazit

Für innovative (und kreative) Organisationsentwickler, die ergründen möchten, wie die Unternehmenskultur effizienteres Arbeiten im Team Flow ermöglichen kann, ist dieses Buch ein absolutes Muss!

Vortrag zum Thema Team Flow

Abschließend noch ein Vortrag zum Thema Team Flow, der zwar vor Lehrern gehalten wurde und somit relativ „schullastig“ ist, aber einen sehr guten Eindruck über die Ideen von Professor Burow gibt, welche nahezu 1:1 auf Unternehmen, Institute und andere Organisationen übertragbar sind.

 

Über den Autoren:

Ich bin Personal- & Organisationsentwickler bei der MediaMarktSaturn Deutschland GmbH und außerdem freiberuflich als Trainer tätig. Meine Themenschwerpunkte sind Führungskräfteentwicklung, Motivation, E-Learning und konstruktivistische Lerntheorie.

2 Kommentare

  1. […] Buro nennt in seinem Team-Flow-Modell 7 Grundregeln für gut funktionierendes Teamwork, die als Voraussetzung gegeben sein müssen, […]

  2. […] liest sich Working Out Loud streckenweise wie der Praxisratgeber zur Theorie der kreativen Felder von Olaf-Axel Burow. Die fünf Grundpfeiler der Methode Working Out Loud – Purposeful […]

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